Sabine Windeln

41812 Erkelenz
Deutschland (Germany)
Tel.: + 49 (0) 2431 806 777
Email: sabine.windeln@sk-mg.de
Vita
- 1954 Oldenburg
- 1983-1986 Kunststudium am deutschen Institut für Fernstudien in Tübingen
- seit 1980 künstlerisch tätig
- seit 1994 Organisatorin Kunstausstellungen
- seit 2001 Lehrtätigkeit als Kunstdozentin an der Seniorenakademie in Mönchengladbach
11 sept. und danach - mask
Einzelausstellungen (Auswahl)
- 1984 Sparkasse Plön
- 1985 Vereins/ und Westbank Plön
- 1986 Volksbank Oldenburg
- 1986 Moderne Galerie Bad Zwischenahn
- 1987 Kunsthandlung Ammerland Passage
- 1988 Insel Amrum Galerie am Meer
- 1988 Landessparkasse zu Oldenburg
- 1989 Burg Neuerburg in Neuerburg
- 1999 Elisabeth/Krankenhaus in Rheydt
- 2000 De Haan Belgische Küste
- 2001 Sandbauernhof Liedberg
- 2002 Schloss Wickrath Mönchengladbach
- 2003 Seniorenakademie Mönchengladbach
- 2005 Galerie Kaffee Art, The truth, 11. september und danach.
11 sept. und danach - we will never forget
Gruppenausstellungen (Auswahl)
- 1986 Vereins- und Westbank Plön
- 1987 Kunstsommer am Zwischenahner Meer
- 1998 De Haan Belgische Küste Galerie Riebe
- 1999 Entdeckungsreise Kunst Alte Schule Neuerburg
- 2002 Kunst zum Tag der offenen Tür, Städtische Kliniken Mönchengladbach
- 2005 Museum Schloss Rheydt Die Sammlung Jürgen Essers
11 sept. und danach - straight to heaven
Philosophie zu meiner Kunst
Die Machtlosigkeit, das „Nichtbegreifen“ ist es, was mich dazu bewegt hat den Anschlag auf das
wordt trade center am 11. September 2001 und weitere Anschläge aufzuarbeiten, zu bearbeiten.
Eine Fotografie zeigt Landschaften, Häuser, Menschen und andere Objekte, so wie sie in
bestimmten Augenblicken sind. Ich suche mir für meine Arbeiten Abbildungen aus, die für mich
bereits eine ästhetische Wirkung besitzen.
Meine künstlerische Intention besteht darin, in einer Art Collage–Technik den Fotografien
durch das Übermalen, das Hinzufügen von Symbolen, Zeitungsartikeln, Fragmenten aus eigenen
Zeichnungen eine neue, zur Auseinandersetzung auffordernde Aussage zu geben. So entsteht eine
Vielschichtigkeit des eigentlich Unvereinbaren.
11 sept. und danach - tiffany
Eröffnung der Ausstellung Sabine Windeln am 11.9.2005
©sigridblomen-radermacher
Was wir sehen: das Skelett einer Hochhausfassade, die amerikanische Flagge, einen signalroten
Ring, einen aufmerksamen Blick, schwebende Körper, Texte aus einer deutschen Zeitung, Bäume, mit
Parolen wie „verderbte westliche Welt“ und anderen besprayte Wände, Teile von Stichen aus dem 19.
Jahrhundert, einen Engel, einen steil in den Himmel aufragenden blauen Lichtkegel, ein Fahrrad und
und und. Es ist eine große Fülle an visuellen und sprachlichen Informationen, die Sabine Windeln in
ihren Collagen zu einer Äußerung zusammenfügt. Dieser Fülle kann der Besucher nur in aufmerksamer
und sich Zeit nehmender Betrachtung näher kommen und ihrer Herr werden. Seine Wahrnehmung wird
überfordert: er kann die einzelnen Collageelemente nicht gleichzeitig auf- und wahrnehmen, sondern
muss sie nacheinander lesen und ihre jeweiligen Informationsinhalte miteinander zu verknüpfen
versuchen.
Sabine Windeln gibt ihrer Ausstellung den Titel „The Truth“. Sie reagiert mit ihren Collagen
auf den terroristischen Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001, nicht ohne die
zahlreichen folgenden Terrorakte in aller Welt bis in die jüngste Vergangenheit mit in ihre
künstlerische Aufarbeitung einzubeziehen. „The Truth“ – gibt es die eine Wahrheit? Gibt es klare
und eindeutige Antworten auf terroristische Akte und politische Reaktionen? Gibt es eine eindeutige
Ursache-Wirkung-Reaktion?
Bevor Theseus sich in das Labyrinth begab, um den menschenfressenden Minotaurus zu töten,
schenkte ihm Ariadne ein Wollknäuel, auf dass er mit der Hilfe der Wollfäden den Rückweg aus den
Irrgängen des Labyrinthes finden könne. Ariadnes Faden diente als Bollwerk gegen die
Orientierungslosigkeit, gegen das Unverständnis, gegen die Unsicherheit, gegen die Angst vor dem
Verlorengehen. Im Laufe der Jahrhunderte ist der Faden der Ariadne sprichwörtlich geworden für alle
Situationen, in denen Orientierung und Leitfäden unumgänglich sind.
In unserer Zeit und Gesellschaft sind die Fäden der Ariadne dünn und durchscheinend geworden.
Manch einer mag gar sagen, der Faden der Ariadne sei verloren gegangen. Ein Land, eine Nation,
bildet keine abgeschlossen homogene Gesellschaft mehr, sie ist zutiefst verknüpft mit anderen
Gesellschaften, Kulturen und Ländern. Alle Ereignisse scheinen ihre Ursachen in anderen Ereignissen
zu begründen, die an einer ganz anderen Stelle auf der Erdkugel stattgefunden haben mögen. Ein
einfaches Kausalitätsprinzip ist nicht länger anwendbar. Was wir in unserer Wirklichkeit sehen, ist
gerade mal ein Fragment aus einem großen, schwer durchschaubaren Ganzen. Die Wirklichkeit ist so
überaus komplex geworden, dass ein kohärentes Weltbild unmöglich zu beschreiben ist.
Diesem Umstand trägt Sabine Windeln mit ihrer Technik Rechnung. Den verwirrenden, nicht
länger einfach durchschaubaren Ereignissen auf der Welt begegnet sie mit einer künstlerischen
Technik, die auf Mehrschichtigkeit, Mehrdeutigkeit und dem Nebeneinander basiert. Der lineare Faden
der Ariadne hat einer Polyperspektivik Platz gemacht.
Nicht von ungefähr ist die Collage als künstlerische Technik in einer Zeit des
gesellschaftlichen Umbruchs populär geworden, man denke nur an die Merzcollagen von Kurt Schwitters
aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts. Die Collage fügt Fragmente zusammen, stellt sie in einen
neuen Zusammenhang, gibt ihnen eine neue Bedeutung, die sie aus dem Nebeneinander mit anderen
fremden Fragmenten erhalten. Die Collage steht stellvertretend für die tiefe Vielschichtigkeit des
eigentlich Unvereinbaren.
In Sabine Windelns Collagen vermischen sich ihre Sammlungen von Fotografien und
Zeitungsausschnitten mit Fragmenten eigener älterer Zeichnungen und Malereien sowie aktuelle
Übermalungen, mit denen sie ihrer und sicher auch unserer Machtlosigkeit und unseres
Nicht-Verstehen-Könnens Herr zu werden versuchte.








